Kriminelle Webdesigner

Wie kommen Online-Betrüger an Kundendaten?

Vielfach geschieht dies durch Trojaner, die auf schlecht geschützte Rechner von Kunden

geladen wurden. Doch es gibt viele weitere Methoden.

Nun ist ein Fall bekannt geworden, der exemplarisch zeigt, wie vielseitig die Cyber-Kriminellen agieren, um ihre Straftaten zu begehen.

Nicht nur Kunden von Online-Shops sind im Focus der Täter, sondern auch die Online-Shops selbst.

Wer die Einrichtung eines Online-Shops in Auftrag geben möchte, sollte daher genau darauf achten, wem er diesen Auftrag gibt, damit nicht er selbst und seine Kunden Opfer von Betrügern werden.

Bei der Frage, wie Betrüger an die Daten von Kunden kommen, gibt es immer wieder Hinweise darauf, dass dies auch über die Webseiten von Online-Händlern passieren kann, ohne dass die Betreiber selbst kriminell sind und von den Betrügereien wissen.

In einem konkreten Fall, der nun in den Niederlanden bekannt wurde, hat ein Webdesigner von Online-Shops mehr als 20.000 Kundendaten auf seinem Rechner gehabt.

Der Programmierer beschaffte sich diese persönlichen Daten durch eine Hintertür, die er ohne Wissen der Online-Shop-Betreiber in das Programm eingebaut hatte.

Bei jedem Kauf über einen der von ihm programmierten Online-Shops konnte er die Kreditkartendaten und weitere Informationen zu den Käufern mitlesen und speichern.

Mit den Daten nahm er auf Rechnung der geschädigten Kunden selbst Käufe vor und nahm an Glückspielen teil.

In Einzelfällen soll er auch Kunden mit Informationen über ihre Käufe (z.B. auf Porno-Seiten) erpresst haben.

Der Schaden dürfte in die Millionen € gehen.

Besondere Vorsicht ist daher bei besonders preisgünstigen Angeboten geboten.

Zu empfehlen ist auch, vor Erteilung eines Auftrags Hintergrundrecherchen zu dem Webdesigner anzustellen, spätestens jedoch, sobald sich Reklamationen von Kunden häufen.