Briefkastenfirmen in den USA als Lockmittel

Internationale Betrüger nutzen Briefkastenfirmen in den USA und machen Millionenbeute

Das Angebot klingt perfekt und ist daher für viele, die ihr Geld aus welchen Gründen auch immer gerne diskret anlegen, verlockend.
Es sind Beratungsfirmen mit Sitz in London oder in Miami, die sich als Retter in der Not auf vielversprechenden Webseiten präsentieren. Über sie kann an eine sogenannte Briefkastenfirma in den USA gegründet werden, eine LLC oder US Corporation.

Bankkonto über Treuhänder
Das Paket umfasst von der Firmengründung bis zu jährlichen Steuererklärung, einem Büroservice und auch der Eröffnung eines Bankkontos alles, was notwendig erscheint.
Die Inhaber der Firma können vertraulich bleiben, lediglich ein Geschäftsführer muss benannt und im Handelsregister eingetragen werden, aber auch den kann die Beratungsfirma gegen eine entsprechende jährliche Gebühr stellen.

USA nehmen nicht am automatischen Datenaustausch teil
Weshalb erscheint die Gründung einer Briefkastenfirma in den USA interessant?
Die USA haben das OECD-Abkommen, das den Austausch von Bankdaten innerhalb der Unterzeichnerstaaten regelt, nicht unterzeichnet.
Somit kann ein Deutscher in den USA ein Konto bei einer Bank eröffnen, ohne dass diese Daten über einen automatischen Informationsaustausch nach Deutschland gelangen. Wenn er vollkommene Anonymität wünscht, kann er dies auch über eine Briefkastenfirma machen, die einen Treuhänder einsetzt, der auch gegenüber der Bank auftritt. In diesem Fall kennt auch die Bank den wirtschaftlich Berechtigten nicht.

Betrüger haben durch Briefkastenfirmen leichtes Spiel
Seit einiger Zeit sind nun verstärkt Beratungsfirmen auf dem Markt, die es insbesondere auf Deutsche abgesehen haben, die ihr Geld in Sicherheit bringen wollen.
Es werden Briefkastenfirmen gegründet und die Treuhänder tauchen mit dem Geld unter, sobald dieses auf dem neu eingerichteten Konto der Briefkastenfirma eingegangen ist. Oder die Täter gründen eine zweite Briefkastenfirma mit dem gleichen Namen in einem anderen Bundesstaat und lassen dann den nichtsahnenden Anleger auf ein Bankkonto dieser Firma sein Vermögen transferieren.

Millionenbeute durch betrügerische Berater
Wer sich die Mühe macht, sein Vermögen auf diese Weise in Sicherheit zu bringen, der hat in der Regel mindestens einen mittleren sechsstelligen Betrag zur Verfügung. Die Betrüger wissen dies und gehen daher mit der Aussicht auf diese hohe Beute äußerst routiniert vor.
Seriös wirkende Ansprechpartner am Telefon, repräsentative Adressen und professionell wirkende Internetauftritte gehören daher zum Standard.
Gefälschte Identitäten
In den USA ist es relativ einfach, sich eine falsche Identität zuzulegen. Auch die Täter bei dem Betrug mit Briefkastenfirmen nutzen immer wieder diese Möglichkeit und tauchen unentdeckt unter, nachdem sie einige Zeit aktiv gewesen sind. Später findet man sie wieder mit neuer Identität und neuen Firmen im selben Gewerbe.

Opfer müssen sofort aktiv werden
Die Konstellation „deutscher Täter betrügt deutsches Opfer“ motiviert erfahrungsgemäß amerikanische Ermittlungsbehörden nicht unbedingt zu höchster Aktivität, insbesondere, wenn über die Täter wenig bekannt ist.
Es ist daher dringend erforderlich, sofort nach Bekanntwerden des Betrugs aktiv zu werden und Ermittlungen durchführen zu lassen, damit mögliche umfangreiche Informationen zu den Tätern an die Ermittlungsbehörden übergeben werden können. Diese Recherchen umfassen üblicherweise Hintergrundrecherchen, Observationen und andere Ermittlungsmethoden.
Sobald ausreichende Erkenntnisse über die Täter vorliegen, können in Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden effektive Maßnahmen gegen die Täter vorgenommen werden.

Wirtschaftsdienste Peter Schmid hat zahlreiche Betrugsfälle in den USA bearbeitet und verfügt über entsprechende örtliche Partner, um schnell und effektiv erfolgreiche Recherchen durchzuführen.