Due Diligence-Recherchen

Due Diligence ist heute auch für den Mittelstand zwingend notwendig.

Due Diligence-Recherchen müssen heute tiefer gehen.

Beim Kauf eines Unternehmens oder der Suche nach neuen Geschäftspartnern sehen sich Unternehmen heute einer zunehmenden Zahl von Risiken ausgesetzt. Galt es früher, vor allem die Bilanzen des Unternehmens sorgfältig zu prüfen, so müssen heute die Ergebnisse einer Analyse der Zielfirma zahlreiche weitere Risiken abdecken:

Ist ein Unternehmen oder dessen Eigentümer in Geldwäsche-Aktivitäten verstrickt, wie finanziert sich das Unternehmen, gibt es auffällige Geldgeber oder Geschäftspartner im Ausland, insbesondere Südamerika oder Osteuropa?

Gibt es Tochterfirmen, in die möglicherweise dubiose Geschäftsbereiche ausgelagert wurden, die aber das Unternehmen im Schadensfall betreffen? Wie stellt sich die Vermögenssituation bei Eigentümer und Management dar, passt sie zu der finanziellen Situation des Unternehmens oder und wurde Vermögen vor allem im familiären Umfeld der Eigentümer aufgebaut? Kriminelle haben in den letzten Jahren immer professionellere Methoden entwickelt, um Unternehmen als solvent und erfolgreiche darzustellen. Hierbei wird insbesondere im Ausland nicht selten auf Rechtsanwälte zurückgegriffen, die sie bei ihren kriminellen Vorhaben unterstützen. Fingierte Beratungs- und Handelsverträge, die Vertretung von Scheinfirmen und ähnliche Aktivitäten sind hierbei häufig zu beobachten. Nicht selten tauchen in den Büchern auch vermeintlich seriöse Financial Service Unternehmen im Ausland auf, die Kredite an das Unternehmen gegeben haben. Dies ist eine verbreitete Methode, um kriminelle Gelder zu waschen.

Der Begriff „Due Diligence“ ist daher heute weit umfassender zu verstehen als vor einigen Jahren.

Unternehmensanalyse verschafft unverzichtbare Informationen

Das Angebot eines chinesischen Ledertaschen-Produzenten klang für eine in München sitzende Modefirma seriös, sogar in Europa beheimatete Referenzen waren genannt worden. Bis vor wenigen Monaten hatte die Firma auch tatsächlich ohne Beanstandungen gearbeitet. Doch als nun das Partnerbüro der Wirtschaftsdienste Peter Schmid mit Sitz in Hongkong zu dem Produzenten in Shenzhen recherchierte, stellte sich heraus, dass das chinesische Unternehmen kürzlich die Hälfte seiner Arbeiter entlassen hatte und ein Teil der Produktionsmaschinen verkauft wurde, um Schulden bei zwielichtigen Gläubigern zu begleichen. Die verbliebenen Arbeiter warteten seit 2 Monaten auf ihre Löhne. Die Münchner Firma war kurz davor, die vom Produzenten geforderte Anzahlung in sechsstelliger Höhe zu leisten. Nach dem Ergebnis der Recherchen stand fest: Hätte die Münchner Firma die gewünschte Anzahlung geleistet, wäre dieser Betrag zweifelsfrei verloren gewesen, ohne dass Ware geliefert worden wäre.

Ob Handel, Dienstleistung oder Industrie: Verkäufer von Unternehmen riskieren viel

Egal in welchem Wirtschaftsbereich ein Unternehmen tätig ist, heutzutage stellt das eigene Knowhow bei vielen Unternehmen den größten Wert dar. Das bedeutet, die Kontaktaufnahme durch einen potentiellen Käufer birgt für das Zielunternehmen ein hohes Risiko. Ist der Interessent ernsthaft interessiert oder betreibt er Wirtschaftsspionage? Verfügt der Kaufinteressent über ausreichendes Kapital und stammt dieses aus seriösen Quellen?

Due Diligence-Recherchen bereits vor der Aufnahme tiefergehender Verhandlungen können einen guten Schutz nicht nur vor Wirtschaftsspionage bieten, sondern auch die unerwartete Verwicklung in Ermittlungsverfahren vermeiden. Insbesondere Firmen mit Geschäftsbeziehungen in die USA müssen hierauf besonders achten, da die US-Behörden zuweilen sehr rigoros gegen Geschäftspartner krimineller Unternehmen vorgehen.

Unternehmens-Bewertung umfasst auch Mitarbeiter

Es geschieht nicht selten, dass Unternehmen insbesondere im Dienstleistungsbereich verkauft werden und kurz danach die bisherigen Eigentümer durch Strohmänner ein neues Unternehmen in derselben Branche gründen.

So sehr Käufer auch versuchen, durch entsprechende Vereinbarungen in den Kaufverträgen dies zu verhindern, es bleibt ein nicht unerhebliches Restrisiko.

Eine intensive Prüfung im Vorfeld eines Kaufs kann dieses Risiko reduzieren. Dabei gilt es, umfassende Informationen auf den verschiedensten Wegen über den Verkäufer zu sammeln und so eine Gesamtschau zu erstellen.

Gibt es neue Wettbewerber am Markt? Wer steht hinter diesen Firmen, sind es die Eigentümer der Zielfirma oder deren Familienangehörige? Haben leitende Mitarbeiter in letzter Zeit das Unternehmen verlassen? Wo sind sie nun beschäftigt? Haben Sie eigene Unternehmen gegründet?

Eine intensive Prüfung dieser Themen erspart langwierige und kostspielige rechtliche Auseinandersetzung. Selbst bei einem juristischen Erfolg bleibt in vielen Fällen ein wirtschaftlicher Schaden, der bis zur Insolvenz des erworbenen Unternehmens reichen kann. Eine systematische Prüfung des Zielunternehmens und seiner Eigentümer bildet die Basis für eine realistische Bewertung von Chancen und Risiken einer geplanten Transaktion.